Eine Sieg der sich anfühlt wie eine Niederlage, wobei am Ende doch der Gesamterfolg über die Saison überwiegt
Der Auftrag vor dem Spiel war klar formuliert: Ein Sieg mit mehr als sechs Toren Unterschied sollte her, um den direkten Vergleich gegen den USV TU Dresden zu gewinnen und sich damit noch Platz zwei zu sichern. Entsprechend motiviert und offensiv eingestellt ging der LHV Hoyerswerda in die Partie.
Von Beginn an setzte der LHV auf eine aggressive 5:1-Deckung, die zunächst auch gut funktionierte. Die Gäste wurden mehrfach ins Zeitspiel gedrängt, doch leider fanden die Würfe trotzdem oft unglücklich den Weg ins Tor. Mit jedem Angriff der Dresdner wurde die Abwehr zunehmend löchriger. So sah sich das Trainerteam bereits nach 8:45 Minuten zur ersten Auszeit gezwungen – zu diesem Zeitpunkt lag man bereits mit 3:6 zurück.
In der Folge stellte der LHV auf eine kompaktere 6:0-Deckung um und kämpfte sich Stück für Stück zurück ins Spiel. Angeführt von einem überragenden Aaron Krannich, der insgesamt 12 Treffer (davon 8/9 vom Siebenmeterpunkt) erzielte, gelang nach gut 22 Minuten erstmals die Führung zum 11:10. Doch kurz vor der Halbzeit nutzten die Gäste ihre Chancen konsequenter und setzten sich wieder auf 13:11 ab.
Zur Pause war die Ausgangslage klar: Die nötigen neun Tore Differenz erschienen nahezu utopisch. Also wurde das Ziel neu definiert – der Sieg sollte her. Doch der Start in die zweite Hälfte verlief alles andere als optimal. Nach 35 Minuten lag der LHV mit 12:16zurück, und nur fünf Minuten später betrug der Rückstand sogar fünf Tore (12:17).
Doch die Mannschaft zeigte Charakter. Ohne Hektik, aber mit wachsender Entschlossenheit kämpfte sich Hoyerswerda zurück. Ein entscheidender taktischer Kniff war die konsequente Manndeckung gegen den Spielmacher der Gäste ab der 40. Minute. Dresden verlor daraufhin zunehmend den Zugriff im Angriffsspiel.
Tor um Tor arbeitete sich der LHV heran: Über 18:18 (44:55) gelang schließlich die Wende. Spätestens mit einem beeindruckenden 4:0-Lauf und der Führung zum 24:20 in der 51. Minute keimte plötzlich wieder Hoffnung auf, das scheinbar Unmögliche doch noch zu schaffen.
Am Ende reichte es jedoch „nur“ zu einem 28:24-Sieg (11:13 zur Halbzeit). Ein Ergebnis, das sich nach diesem Spielverlauf fast ein wenig wie eine Niederlage anfühlt – schließlich fehlten zwei Tore zum ersehnten Ziel.
Dennoch überwiegt am Ende der Stolz auf eine starke Saison. Unter schwierigen Bedingungen – Hallenprobleme und eine enorme Doppelbelastung in der Hinrunde mit teilweise zwei Spielen innerhalb von 24 Stunden – sicherte sich der LHV Hoyerswerda einen hervorragenden dritten Platz. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie mit allen Teams der Liga mithalten kann.
Und wer weiß: Unter normalen Umständen wäre vielleicht sogar noch mehr drin gewesen.
Nun ist für einige Spieler die Zeit im Nachwuchsbereich beendet und sie rücken vollständig in den Männerbereich auf. Für die anderen Jungs wird es in der nächsten Saison keine eigenständige A-Jugend beim LHV, aufgrund des sehr schmalen Kaders, geben. Sie haben allerdings die Möglichkeit über ein Zweispielrecht in der Sachsenliga weiter an ihrer Entwicklung zu arbeiten und sich zudem im neuen „Juniorteam“ zu etablieren. Dafür wünschen wir ihnen maximale Erfolge.
Der LHV spielte mit: Tim, Eskil (bd. im Tor), Pepe, Lukas, Julian, Aaron, Thomas, Paul, Alex, August, Carlo, Finn – Trainer/ Offizielle: Tim, Artsiom



